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100 Jahre Ausgrabungen in der spätlatènezeitlichen Fundstelle Basel-Gasfabrik

— Guido Lassau und Norbert Spichtig, Basel
Basel-Gasfabrik ist vor genau 100 Jahren von Karl Stehlin anlässlich von Baumassnahmen in der Nähe des Voltaplatzes entdeckt worden. Damals wie heute befindet sich die Fundstelle in einer der am intensivsten genutzten Zone Basels. Während der letzten 20 Jahre musste die Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt ununterbrochen eine Rettungsgrabung nach der anderen durchführen. Die „alte Gasfabrik“ ist mittlerweile eine der am besten archäologisch untersuchten spätkeltischen Fundstellen der Schweiz.
Die unbefestigte Siedlung ist um 150 v.Chr. planmässig angelegt worden und war bis ca. 80 v.Chr. bewohnt. Sie ist in grosszügige Parzellen gegliedert, die sich entlang von Strassen erstreckten. In der Siedlung arbeiteten hoch qualifizierte Handwerker, u.a. Töpfer, die feine, reich verzierte Keramik herstellten und ihre Ware in Töpferöfen brannten. Grösse und Struktur der Siedlung, aber auch das Fundspektrum deuten darauf hin, dass die Bevölkerung einen Teil der benötigten Rohstoffe und Agrarprodukte aus dem Umland bezog. Das Geldsystem lehnte sich an mediterrane Vorbilder an. In grossen Mengen wurde Wein aus Mittelitalien importiert.
Der Umgang der Bewohnerinnen und Bewohner mit Verstorbenen ist ein geheimnisvolles und zugleich packendes Phänomen. Neben Bestattungen kompletter Körper in den zwei Nekropolen sind unterschiedlichste Formen von Bestattungen mitten in der Siedlung vorgenommen worden.
20.02.2012, 18:30 Uhr