Veranstaltung Details
Seeufersiedlungen und Befestigungsanlagen der späten Bronzezeit im Prüfstand der Archäologie
— Margarita Primas, Zürich
Die späte Bronzezeit ist die letzte Periode, in der auf den Strandplatten der nordalpinen Seen Dörfer angelegt und bewohnt wurden. Den günstigen Erhaltungsbedingungen in diesem Milieu verdanken wir gut erhaltene Bauhölzer mit Jahrringdaten. Ein Bijou unter den Seeufersiedlungen ist die Anlage von Greifensee-Böschen, die als einzige im nordalpinen Gebiet vollständig untersucht werden konnte. Das Haushaltinventar vermittelt einen facettenreichen Einblick in das Alltagsleben der Bevölkerung. Verschiedene Indizien im Fundmaterial verweisen auf ein weiträumiges Austauschnetzwerk mit einem Knotenpunkt im unteren Zürichseebecken und Verbindungen bis nach Italien. Zum Lebensraum der Bevölkerung gehörten aber auch die Hügelketten am Talrand. Die Bewaldung setzt den archäologischen Untersuchungen hier relativ enge Grenzen. So kommt es, dass man den Wallanlagen auf den Höhenrücken oft recht pauschal das Etikett «Refugium» anheftet. Ausgehend von eigenen Untersuchungen auf dem Rhinsberg bei Eglisau wird dieser Sachverhalt neu beurteilt. Dabei lohnt sich der Blick nach Deutschland mit seinen gut vergleichbaren Befestigungsanlagen und fallweise recht spektakulären Funden.
Vortrag zusammen mit der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich
22.02.2010, 19:00 Uhr
